weiterlesen – Familiennachfolge

Nicht jedes Familienmitglied ist daran interessiert oder dazu in der Lage, im Familienunternehmen Führungsaufgaben zu übernehmen. Einzelne Familienmitglieder möchten an der Gewinnausschüttung beteiligt sein, ohne im Unternehmen arbeiten zu können oder zu wollen. Ehegatten erwarten eine Beteiligung oder zumindest eine Tätigkeit im Familienunternehmen, die die Unternehmerfamilie auch im Hinblick auf eine allfällige Ehescheidung nicht zulassen will. Oder ein Familienmitglied hat im Gegensatz zu seinen Geschwistern keine Kinder, was die Frage aufwirft, wer dessen Beteiligung am Familienunternehmen im Fall des Todes erhält.

Gerade am Schnittpunkt der Unternehmensnachfolge zeigt sich, dass Familienunternehmen äußerst vielfältig sind und eine gelungene Unternehmensnachfolge die sorgfältige Analyse des Istzustands und der konkreten Interessenlagen voraussetzt. Fehler in diesem Prozess und daraus resultierende Auseinandersetzungen frustrieren nicht nur die Familie, sie führen vielmehr regelmäßig auch zu Irritationen bei Mitarbeiter*innen und anderen Externen, zum Beispiel Banken.

Ein erfolgreicher Nachfolgeprozess setzt also voraus, dass sich die Beteiligten über die Ausgangslage und Ziele der konkreten Unternehmensnachfolge sowie über die damit verbundenen Herausforderungen im Klaren sind und sich auf Lösungen unter Verwendung bestimmter Spielregeln verständigen können.